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Der Countdown läuft: Noch 9 Tage!

So, er ist eingerichtet. Mein erster Blog.

Wie bereits erwähnt sind es nur noch 9 Tage bis es losgeht. So ganz begreifen kann ich das ncoh nicht. Nur wenn ich in den Kalender schaue, wird mir klar, wie wenig Zeit das eigentlich noch ist!

Im Moment sollte ich daher eigentlich weiter meinen ganzen Kram sortieren und packen. Umräumen, ausräumen, wegräumen, wegwerfen. Aber wo anfangen!?

Was sich so über die Jahre angesammelt hat, ist unvorstellbar. Sonst ist alles sicher in Kisten, Schränken, Schubladen verstaut. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und nun grabe ich in meiner Kindheit und Jugend.

Hefter mit lustigen und historischen Anmerkungen meiner lieben Sitznachbarin aus unzähligen Deutschstunden... Dekorierte Seiten als Zeichen endloser Latein- und Geografiesitzungen... Fotos von Ausflügen, an die ich mich schon jahrelang nicht mehr erinnert habe. Fotos aus Zeiten schlechter Klamotten und Frisuren. Fotos meiner liebsten und besten Medelz (ja, richtig geschrieben, ist eben auch einer dieser historisch gewachsenen Insiderbegriffe). Es ist kaum zu glauben, wie die Zeit doch vergeht und das es nie mehr so wird wie damals. Aber acuh die Zukunft hält viele schöne Momente bereit. Und zur Not gibt es ja auch Webcams, die uns notfalls verbinden.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen auf meiner Reise! Schön, dass ihr dabei seid!

20.3.11 14:22


Nur noch 6 Tage bis zur Abreise… und: Spam-Kommentare versüßen das Bloggen.

Kurze Anmerkung vorweg:

Für alle, die schockiert auf die linke Seite des Bildrandes schauen und da den ein oder anderen irritierenden Begriff lesen, möchte ich kurz anmerken: Spam-Kommentare kommen anscheinend auch trotz ausgeschalteter Kommentar- und Gästebuchfunktion. Ich versuche zeitnah diesen Datenmüll zu löschen. Bitte einfach ignorieren. Die Bloggerin distanziert sich von den Inhalten dieser Kommentare

...

Wehmütig schaue ich nun auf den Kalender… noch 6 Tage. Während sich Vorfreude, Euphorie und bedrückte Abschiedsstimmung mit der Verzweiflung des Packens mischen, stelle ich fest, dass heute schon wieder Mittwoch ist. Eigentlich wollte ich mindestens alle zwei Tage schreiben, aber leider ist mein Terminkalender dermaßen voll (und nach hinten schieben wird ja in Anbetracht der Tatsachen eher schwierig bis unmöglich), so dass ich kaum zu etwas komme… Packen zum Beispiel...

Am Montag hatte ich ein tolles Date mit meiner Lieblings-Neu-Berlinerin. Zauberhaft wie eh und je. Solche Freunde kann man nie genug haben: Man sieht sich nicht, sie sind trotzdem immer da und wenn man sich trifft, dann ist es, als ob es niemals anders gewesen wäre. Und ich glaube, dass sich genau diese Freunde in den nächsten Wochen herauskristallisieren werden! (Und von einigen erwarte ich gar nichts anderes )

Weniger erfreulich, aber dennoch äußerst produktiv, war mein gestriger letzter Besuch beim Zahnarzt. Nach einer über einstündigen Marathonsitzung sind nun alle Kleinigkeiten behoben, die deutsche Kasse zahlt nochmal brav und ich durfte mir von meinem Zahnarzt – zu dem ich natürlich eine sehr freundschaftliche Beziehung seit Jahren pflege – so wie jeder andere auch *räusper* - anhören, dass ja eh nach ein paar Jahren jeder zurück kommt und er sich auf unser Wiedersehen freut. Naja, Taktgefühl ist nicht jedermanns Stärke. Wenigstens ist er ein guter Zahnarzt, besser als nichts. Und wir wollen uns nicht beschweren:

Ab April bekomme ich nie wieder so günstige Behandlungen!

23.3.11 12:02


Letzter Arbeitstag...

Dieses Bewusstsein festigt sich mit jedem Tag mehr:

Nächste Woche um diese Zeit sitze ich 700 km entfernt in einem neuen Büro, mit neuen Kollegen, neuen Aufgaben und Prozessen, neuen Sytsemen, neuer Aussicht aus dem Fenster und überhaupt ner ganzen Menge anderer neuer Sachen.

Und die alten? Nach einer kleinen Verabschiedungsrunde am gestrigen Tag war ich doch sehr ergriffen von so viel Glückwünschen und "Es ist schade, dass du gehst"-Bekundungen. Da musste ich dann doch das ein oder andere Tränchen zurückdrücken... Dabei will ich noch gar nicht an das letzte Treffen mit meinen Medelz denken... So furchtbar emotional das auch werden wird: Ich freue mich auf hysterisch-verschluchzte Umarmungen und öffentliche Sentimentalitäsausbrüche! Das wird toll am Montag!

Das Leben ist nun mal ein einziger Wandel und man muss voraus blicken. Für mich heißt es nun also am Montag nochmal auf der alten Arbeit vorbeischauen - Kuchen und Sekt verteilen - und mich dann am Dienstag in neue Gefilde begeben.

Mein Zitat des Tages daher von Vincent van Gogh (der, ohne Ohr):

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

25.3.11 14:33


Es geht los...

Es ist jetzt 09:10 Uhr...

In ein paar wenigen Stunden werde ich in mein Auto steigen (das ich zuvor mit soviel Klamotten wie möglich vollgestopft habe) und mich auf meine 710 km lange Reise machen... Nicht das erste Mal, das stimmt. Aber doch das erste Mal, dass ich nicht innerhalb der nächsten 4 Tage wieder zurück fahren muss... Ein wirklich sehr merkwürdiges Gefühl.

Die Freude auf neue Abenteuer wird getrübt vom Abschied der letzten Tage, bei denen alles dabei war von der Geburtstagsfeier meiner Oma und damit dem Abschied von meiner Familie (nicht endgültig, aber doch wohl für lange Zeit), einem letzten Besuch bei Klein-Leo - dem Baby meiner lieben und langjährigen Freundin - sowie einem letzten Treffen meiner Medelz... Sehr lustig... Ich sage nur: Sukzessive... Immer diese Insider ... und doch bedrückt... Symbolisch habe ich einen riiiiesen Stapel Briefpapier und bunte Briefumschläge bekommen. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich diese Briefumschläge lieben werde, einfach nur, weil sie bunt sind :D Also, wenn jemand demnächst einen quietschgelben Umschlag im Briefkasten findet, dann ist er wohl aus der Schweiz!

Ich habe noch das ein oder andere Präsent bekommen, damit ich in der Ferne die Heimat nicht vergesse. Mein Handgelenk ziert nun schon seit geraumer Zeit ein kleines Armband mit einem Herz. Seit gestern hängen für das Glück im neuen Lebensabschnitt und die Sonne im Leben nun auch ein kleiner Marienkäfer, ein Kleeblatt und eine Sonnenblume daran.

Es ist soweit... Ich packe und trinke noch einen letzten Kaffee mit dem Engel des letzten Jahres (von ihr ist das Kleeblatt), die sagte:

Alles was ich mit dem Auto erreiche, ist nicht wirklich weit weg!

Es ist jetzt 09:24 Uhr...

29.3.11 09:25


Die Schweiz lässt grüssen!

Mein erster Eintrag aus der Schweiz! Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll... Vielleicht damit, dass es auf meiner schweizer Tastatur kein "sz" gibt. Oder dass ich plötzlich meinen Blogeintrag nicht mehr gestalten kann mit Farbe und Fett und so... Oder mit dem absolut unpersönlichen Beratungsgespräch bei meiner Kontoeröffnung... Vielleicht mit meinem gestrigen Tag!? Das wäre wohl das Beste... Schon das Aufstehen war echt merkwürdig. So gefasst ich bei den Meldez auch war, an diesem Tag ging gar nichts... Einpacken, feststellen, dass es viel zu viel ist, ausräumen, zum hundertsten Mal sortieren und wieder einpacken und feststellen, dass die Haufen immer grösser werden, egal was ich auch tat, sauber machen, wegwerfen, Auto beladen... Es war grauenhaft. Und einfach zu viel... Ich ziehe nun das erste Mal aus und dann gleich so weit... Schuldgefühle und Trennungsschmerz, Angst, Aufregung, Vorfreude, Nervosität ... Alles was ihr euch vorstellen könnt... Nach den ersten hundert Kilometern wurde es besser und ich war etwas gefasster. Das Ankommen war ebenfalls sehr merkwürdig. Ich hatte erwartet, dass ich vor Euphorie fast platze, aber ich denke, folgender Dialog zwischen Felix und mir beschreibt die Situation für uns beide recht gut: Ich: Hast du Angst? Felix: Und wie. Ich: Gut, ich auch. Felix: Wird schon. Ich: Wird schon. (Mit Sekt anstossen :-)) Und nach einer eher durchwachsenen ersten Nacht habe ich nun langsam das Gefühl, dass sich alles ordnet. Alles wird gut :-) Zu dem eben schon benannten Kontoeröffnung: Ich habe gerade mein erstes Konto in der Schweiz eröffnet... Nachdem ich vom Schalter in einen Nebenraum gebeten wurde - von dem ich dachte es wäre das gemütliche, vertrauenserweckende Beratungszimmer wie ich es von meiner Sparkasse aus der Heimat kenne - stand ich vor einer weiteren Glasscheibe, nur eben im Nachbarraum... Ziemlich unpersönlich wurden meine Daten aufgenommen und abgetippt (wobei die nette Dame beim "aufnehmen" an die Glasscheibe kam und zum "abtippen" an ihren 1,5 m entfernten Computer ging...). Dieses Hin und Her und Zettelchen zum Unterschrieben unter der Scheibe durch- und wieder zurückreichen ging gute 40 Minuten. Aber jetzt hab ichs. Naja, ich mach dann doch lieber OnlineBanking. Andere Länder, andere Sitten. Das wird noch öfter vorkommen. Aber durch die eineinhalb Jahre Schweizerfahrung, die ich inzwischen schon sammeln konnte. denke ich, greift mal wieder: Alles wird gut!
30.3.11 11:21


Menno...

...jetzt wurden noch nicht einmal Zeilenumbrüche übernommen... Daran muss ich unbedingt arbeiten...
30.3.11 11:27


Tag 2.

Die erste Post im neuen Heim...

Felix' Mutter hatte heute im Briefkasten einen Brief an mich gefunden. Wie aufregend! Unter mentaler Vorbereitung auf einen emotionalen Ausbruch öffnete ich den Umschlag (die Schrift ähnelte stark der meiner besten Freundin...) und zog eine Karte hervor (schön, aber zu "spiessig" für meine liebe Freudin...) und der Absender war... Achtung - Trommelwirbel... meine Personalvermittlerin, die den Kontakt zu meiner neuen Firma hergestellt hat. Eine liebe Geste, über die ich doch sehr überrascht war... heisst: ich freue mich auf Post aus Deutschland... gern im bunten Umschlag

Ansonsten war der Tag verregnet - was für ein Empfang in der sonst so sonnigen Schweiz. Ich habe auch schon die ersten Schweizer Franken ausgegeben (für Schuhe, was auch sonst, hab ja nicht genug mitgebracht^^). Und morgen geht es dann los... Neuer Job, neuer Arbeitsplatz, neue Kollegen. Und die Fragen und Sorgen und Nöte und  Aufregungen vor jeder neuen Herausforderung: Reicht das, was ich kann? Sind die Aufgaben vielleicht zu schwer/zu viel/zu leicht/zu unverständlich/zu doof oder einfach langweilig? Was ziehe ich an (das ist inzwischen geklärt)? Vielleicht sind meine Kollegen nett/doof/anstrengend/nervig/langweilig/spiessig/überheblich/freundlich/(bitte hier frei gewähltes Adjektiv einfügen) ....

Naja, aber so habe ich mich auch vor genau einem Jahr gefühlt, bevor ich in der sächs. Landeshauptstadt angefangen habe. Und was ist nun? An meinem letzten Arbeitstag bei Kuchen und Sekt sagt doch mein Chef sehr wehleidig, dass ich eine grosse, schwer zu füllende Lücke hinterlassen werde.

Man kann überall reinwachsen. Und alle neuen Dinge sind aufregend und spannend. Das macht sie ja aber auch so schön - wenn man dann im Rückblick sieht, wie sie einen weitergebracht, geformt und gestärkt haben.

Morgen wird's ernst - auf zu neuen Erfahrungen...

31.3.11 18:32





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